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30.07.- 03.08.2013

Nun liegt sie fast vor mir... Die Hauptstadt. Dazu, wie immer, die Route: https://goo.gl/maps/6dYRfHjPGyA2Nachdem ich das geschrieben hatte war ich noch mal an dem Wasserfall, es war mittlerweile später Nachmittag oder schon Abend. Da die Sonnen tief stand und sie zwischen mir und dem Wasserfall war, dachte ich, dass ich vielleicht einen Regenbogen zu sehen bekommen. Den will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Dann bin ich die paar Kilometer zum Geysir zurückgefahren um dort auf den sehr schönen Campingplatz die Nacht zu verbringen. Er grenzt direkt an das Hochtemperaturgebiet, man kann die Dämpfe sehen und sitzt sozusagen direkt auf dem Pulverfass.Am nächsten Morgen, Gegen 7.00 Unr war mein erster Gang zum Geysir. Dies deswegen, da ich ihn allein erleben wollte. Teilweise ist es mir gelungen, ein Junger Mann war schon da, ist aber dann gegangen und für etwa 15 Minuten hatte ich ihn allein. Aber dann kamen noch drei oder vier Leute, bevor ich nach einigen Aufnahmen und Videos das Feld geräumt habe. Ich hab dann noch etwas geschlafen, gegen Mittag im Restaurant Fish and Chips gegessen und dann, gegen 13.00 Uhr bin ich aufgebrochen, es ging die gleiche Straße wieder zurück.

Sogar zum gleichen Ausgangsort, nach Pingvellir. Dies darum, da ich mir das alles noch einmal genauer und intensiver anschauen wollte. Und es auf der Strecke zum nächsten Ziel lag. Diesmal hab ich am Informationscenter des NAtionalparkes geparkt und bin von dort alles wichtige abgegangen. Unter anderem habe ich die kleine Kirche besichtigt und bin am Rand des Bruchgebietes entlang gewandert.Vielleicht noch was zum damaligen Staatsgebilde. Es handelte sich um eine lupenreine Demokratie, nicht um solch einen Abklatsch, wie wir ihn derzeit erleben. Bestimmt haben die Bauern, jeder hatte Rederecht und ausschließlich ein Gesetzessprecher wurde für drei Jahre gewählt, dessen einzige Aufgabe es war, die Gesetzestexte, nachdem sie beschlossen und angenommen waren, zu verlesen. Und natürlich die Entwürfe vor der Annahme. So wurde eben auch auf dem Thing im Jahre 1000 die Annahme des Christentums beschlossen und dies ohne Zank und Streit, wobei auch der alte Glauben respektiert und (nicht öffentlich) gelebt werden konnte.Mit dem Verlust der Unabhängigkeit 1262 an Norwegen und damit auch später an Dänemark, als die Dänen die Herren über Norwegen waren, verlor der Ting mehr und mehr an Bedeutung. In den Jahren 1271- 1273 wurde das Gesetzbuch erarbeitet und ab diesem Zeitpunkt wurden dann auch keine Gesetze mehr auf dem Thing verabschiedet. Denn ab diesem Zeitpunkt gab es eine Parlamentsversammlung (Lögrétta), welche die ausführende Gewalt hatte und gleichzeitig oberster Gerichtshof des Landes war.Mit dem Schwur des Treueides der Amtsinhaber 1662 auf den norwegischen König verlor das Parlament seine letzte Bedeutung als gesetzgeberischen Kraft. Allerding trat es bis zum Jahr 1798 weiter als oberster Gerichtshof zusammen.Im 19. und 20. Jahrhundert spielte dieser Ort im Rahmen der Unabhängigkeitsbewegung wieder eine wichtige Rolle.Noch etwas zum See. Dieser wird durch Wasser gespeist, welches zu 90 % unterirdisch durch Spalten und Quellen austritt. Davon wiederum ist ein Großteil Wasser aus dem Gletscher Langjökull, dass sich unterirdisch einen Weg bis zum See bahnt. Nur 10 % fließen oberirdisch zu. Es handelt sich um einen sehr fischreichen See, sa sind hier allein 4 Saiblingsarten zu Hause und Seeforellen mit einem Gewicht bis 15 kg.

Am späten Nachmittag bin ich aufgebrochen, wollte, bevor ich in Reykjavik einfalle, noch einen Zwischenstopp etwa 20 km vor der Hauptstadt einlegen, was ich auch getan habe. Ich wollte das Wohnhaus von Halldór Laxness, dem Literaturnobelpreisträger, auf dem Hof Laxnes besichtigen. Aber: Pustekuchen, es wird restauriert. So habe ich aber auf dem unmittelbar in der Nähe liegenden Camingplatz inmitten von Bäumen, Salatbeeten und Gewächshäusern verbracht. Dort hab ich zwei Mädchen kennengelernt, eine Kanadierin, eine Australierin, wir haben uns gut unterhalten und Spaß miteinander gehabt.Am nächsten Morgen dann, mittlerweile ist es der 1. August, bin ich recht zeitig losgefahren und hab die restlichen 20 km bis Reykjavik zurückgelegt. Den mittel in der Stadt gelegenen Campingplatz, der zwar groß aber trotzdem voll ist, hab ich problemlos gefunden (die ersten 4 spurigen Straßen Islands hab ich hier befahren müssen), hab eingecheckt und schon gings los, zu Fuß ins Zentrum. Entgegen der Vorhersagen war das Wetter recht annehmbar, es hat nur mal kurz und wenig geregnet. Ich werde jetzt mal die zwei Tage, die ich mich in Reykjavik rumgetrieben habe, zusammenfassen. Die Stadt selber ist zum einen die nördlichste Hauptstadt der Welt, es leben in der Stadt selber aber gerade aml 120.000 Menschen. allerdings gibt es noch allerhand nahezu verbundene Städte, so dass mit diesen Trabantenstädten dann doch 200.000 zusammenkommen. Ich denk mal, dass sie jedoch nicht viel größer als Bayreuth ist. Man kann sie guten Mutes in alle Richtungen per Fuß durchwandern.Ob Zufall oder nicht, ich war zur Einführung des neuen Präsidenten in der Stadt, hab den alten und neuen Präsidenten fast in Griffweite gesehen, hab den gesamten Vorgang, der von vielleicht insgesamt 20 Polizisten (die ersten die ich in Island gesehen habe) "abgesichert". Ein Gitter stand vor dem Parlament und der gegenüberliegenden kleinen Kirche, dort wurde der Amtseid (soweit ich es richtig verstanden habe) abgelegt.Die Zuschauer, es mögen ein paar Hundert gewesen sein, haben applaudiert, eine Kapelle hat gespielt, ein paar Soldaten haben Spalier gestanden, insgesamt war es recht familiär, freundlich und es passte zu Island. Keine Buhrufe, keine Tomaten flogen durch die Luft. Nur Anerkennung pur. In Deutschland... Undenkbar. Allein schon die Sicherungsmaßnahmen, die hier eher bedeutungslos waren.Ich habe mich mit einem Isländer unterhalten, der im Parlarmentsgebäude (das ist kleiner als das Rathaus, muss ja auch nur etwa 60 Abgeordnete fassen) dabei war und im Chor gesungen hat. Der alte Präsident war 20 Jahre "an der Macht", hat aber hier genauso wenig zu sagen wie der deutsche Präsident, und nun der neue, 5 Kinder, das jüngste wohl 3, 45 Jahre alt, die Frau eine Kanadierin.Was hab ich alles gesehen...Die "Perle" (Perlan), ein imposantes Gebäude, welches eigentlich der Wasserbehälter für die Stadt ist, 1990 gebaut, wobei die Idee aus 1930 stammt. 4 Millionen Liter 85° warmes Wasser werden hier gespeichert, die Beheizung der Stadt ist somit gesichert, die Klimaziele sind hier erreicht. Die Stadt ist damit energieautark (wie mein Auto...). Weiteres, was mich persönlich interessiert hat, euch aber eher egal sein wird, will ich euch ersparen.Die Hallgrímskirkja, die 1937 geplant wurde, mit deren Bau 1945 begonnen wurde und die 1986 fertiggestellt wurde. Sie erinnert etwas an die Basaltformationen und ist im inneren ganz schlicht und karg gehalten. Die Orgel übrigens stammt aus Deutschland. Der Sitz des Präsidenten, allseits zugänglich, ein an sich unscheinbares Gebäude, auch unfasslich für "deutsche Verhältnisse". Da muss es eben ein Schloss sein. Aber wie hier, so sollte und muss es in einer wahren Demokratie eben sein, da muss man halt alles dafür tun, dass alle Menschen wieder zu den Wurzeln gelangen... Dies in jeder Beziehung. In diesem Haus bzw. davor wurde im übrigen die Unabhängigkeit verkündet.. Die Straßen mit ihren bunten Holzhäusern, die vielen Restaurants, Läden, das hatte Spaß gemacht stundenlang entlang zu schlendern und ob der horrenden Preise immer mal den Kopf zu schütteln. Kaufen sollte man sich hier eher nichts...Dann natürlich das Saga Museum mit seinen lebensechte nachgebildeten Figuren, die die Geschichte nachstellen und die das gehörte bildlich untermalen (mit Kopfhörer und Abspielgerät), die ganze Sache dauert etwa 45 Minuten. Und im Foyer die Kleidung, die angezogen werden kann. Natürlich hab ich die verschiedensten Helme aufgesetzt einschließlich Kettenschutz und die Fotos schon mal vorab an alle gesendet, die sich vielleicht drüber freuen werden.Und: Das Phallusmuseum mit seinen überaus beeindruckenden Penissen, da kann man schon neidisch werden...An zwei Tagen Fish und Ships gegessen, gester saß am Nachbartisch eine Dänin, die hat das Etikett ihrer Limonadenflasche fotografiert, auf Nachfrage sagte sie, dass einer der Bestandteile Fisch sei... Na, das muss ich nicht unbedingt haben.Und heute, am Kiosk am Hafen, da hab ich einen Österreicher kennengelernt, er lebt seit 10 Jahren hier und hat mir sein halbes Leben erzählt. Auf einem Kreuzfahrtschiff, er Koch, sie Stewardess, verliebt, geheiratet, mittlerweile 2 Kinder und kein Heimweh.Und seit ich angekommen bin unterhalte ich mich mit meinem Nachbarn auf dem Platz, Kölner Familie mit Kind und Landrover über alles mögliche. Und er hat übrigens diesen ekligen, vergammelten Hai gegessen, seine Frau hat sich fast übergeben, desgleichen die Tochter, er hat 5 Stücke verspeist. Na, das wärs noch...Einige ähnliche Fahrzeige stehen auf diesem Platz, gegenüber Tschechen mit Bus und Tatra die eine reisegruppe darstellen (so ähnlich wie der Passauer Bus mit Schlafabteil), ein MAN und ein Nürnberger mit einem (weiß nicht was das für einer ist).Dann war ich übrigens noch in dem Auroramuseum um mir diese Polarlichter anzuschauen. Im Schiffahrtsmuseum auch, dort habe ich eine heiße Schokolade getrunken und ein Stück Apfelkuchen gegessen. Und ich war beim besten Bäcker der Stadt um mir Sauerteigbrot zu kaufen, das findet ihr in der "Frakkastígur 16". Noch ein richtiger kleiner Bäcker mit Steinofen, ganz traditionell. Da hab ich gleich 2 Brote gekauft.Zwei Nächte hab ich hier verbracht, aber ihr wisst, ich bin kein "Stadtmensch". Darum geht es morgen weiter, es ist noch viel zu sehen.Bettler habe ich keine gesehen, auch keine Straßenkünstler, nur ein Mann hat mit Gitarrenbegleitung gesungen, einen armen eindruck machte er nicht.Ein Begebniss hab ich anlässlich der Präsidenteneinführung mitbekommen, eine absolut besoffene Frau wälzte sich im Zuschauerbereich auf einem Weg am Boden, versuchte wieder aufzukommen (was ihr nur unzureichend gelang), wurde von zwei Polizisten in die Mitte genommen und weggeführt. Sie hüpfte dann ganz eigenartig zwischen den beiden herum, versuchte dabei jeweils den Rechten oder den Linken mit dem Fuß zu treten, wobei es ihr, soweit ich es erkennen konnte, nicht gelang, einen kräftigen Tritt zu landen...Mittlerweile bin ich fast 2 Monate unterwegs, davon über 1 Monat in Island. Nun sind es noch reichlich 1,5 Monate, bis am 21.9. meine Fähre zurück fahren wird. Meine Nachbarn, die Kölner, die sind einen Monat hier, sie sind geflogen und haben ihr Auto im Container verschifft..

Und hier ist er noch mal in voller Montur, der erste Ritter der Tafelrunde... Die Ausrüstung selber entspricht wohl mehr den Rittern des Mittelalters vom Festland, hat mit Island eher weniger zu tun. Und die Rüstungen der Wikinger waren sicherlich auch wesentlich einfacher... Denke ich.

Veröffentlich hab ich das jetzt alles am Abreisetag aus Reykjavik, aus dem Auroramuseum am Hafen, an dem ich in Blickweite des Hafens und des maritimen Museums, gegenüber dem Fish and Chips Kiosk mein Auto stehen habe.. Der Alltag hat mich in Form eines Schreibens von Bert auch wieder eingeholt, die leidige Sache aus Bad Muskau, am Arsch der Welt, lässt grüßen. Wenn ich das damals nur nicht gemacht hätte, einiges wäre mir erspart geblieben. Nicht nur "dienstlich, auch und insbesondere "privat"...



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