Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player.

Startseite Über mich Kontakt Gästebuch Fahrzeug 1 Fahrzeug 2 Vorbereitung 2012 Reisetagebuch 2012 Vorbereitung 2013 Reisetagebuch 2013 Vorbereitung 2014 Reisetagebuch 2014 Vorbereitung 2015 Vorbereitung 2016 Reisetagebuch 2016 17.06.- 24.06.2016 25.06.- 29.06.2016 30.06.- 02.07.2016 03.07.- 06.07.2016 07.07.- 09.07.2016 10.07.- 13.07.2016 13.07.- 16.07.2016 16.07.- 21.07.2016 21.07.- 22.07.2016 22.07.- 24.07.2016 24.07.- 27.07.2016 27.07.- 30.07.2016 30.07.- 03.08.2013 03.08.- 06.08.2016 07.08.- 10.08.2016 11.08.- 15.08.2016 16.08.- 17.08.2016 

27.07.- 30.07.2016

Es ist so viel passiert, soviel sehenswertes hab ich gesehen, wenn ich jetzt noch länger warte mit dem veröffentlichen komm ich einfach nicht mehr hinterher.Die gefahrene Route, weit ist es nicht aber vorenthalten will ich sie euch auch nicht: https://goo.gl/maps/ipWoW7Ef6NJ2Nachdem ich eine recht stürmische Nacht vor dem Informationszentrum hinter mich gebracht habe bin ich doch recht spät und nach dem Besuch des WC in eben dem Zentrum aufgebrochen, erstmal wieder die Strecke ein Stück zurück, dann auf die 60 bis diese an der 1 geendet hat. Nach rechts abgebogen, Richtung Akranes. Nach einigen Kilometern auf der 1 steht rechts der Straße der Doppelvulkan Grábrókargíar, die ich beide bestiegen habe und ins innere geblickt habe. Leider war keine brodelnde Lava zu sehen, keine Feuersbrünste, sondern ausschließlich erkaltete Lava. In der umgebenden Landschaft sicht man sehr schön den Weg der Lavaströme, die diese ehemals eingeschlagen haben. Ober auf den Rändern war es dermaßen stürmisch, dass ich mich kaum getraut habe, auf dem doch manchmal recht schmalen Weg zu gehen um nicht heruntergeblasen zu werden.

Unbeschadet bin ich schließlich wieder abgefahren, wieder nur ein Stück, um nach links auf die 50, Richtung Reykholt. Schon von weiten habe ich rechts der Straße Dampfschwaden wabern sehen, das war das nächste Ziel. Die heißen Quellen von Deiltartunguhver. Der hier ansoässige Bauerhof nutz das Wasser dieser Quellen um Gewächshäuser zu begheizen, in denen unter anderem Tomaten wachsen die dort auch verkauft werden. Also habe ich, erstmalig auf meiner Reise, isländische Tomaten gekauft (im übrigen am Abend zu einem guten Tomatensalat verarbeitet und verspeist).Es handelt sich hier um die größte Thermalquelle Europas mit einem Ausstoß von 180 Liter/ Sekunde. Die Städte Borgarnes und Akranes werden aus diesen Quellen mit Fernwärme versorgt.

Weiter gings, nur paar Meter und dann auf die 518 nach links Richtung Reykholt. Hier stehe ich wieder auf historischem Boden, denn hier hat im 13. Jahrhundert der Gesetzessprecher Snorri Sturluson gelebt und verfasste viele Sagas. Hier wurde er allerdings auch von seinen norwegischen Freuden erschlagen. Er hatte aus seiner Hütte einen unterirdischen Gang, der auch gefunden wurde, angelegt, der an seinem runden Pool endete, welcher aus der warmen Quelle Skrifla gespeist wird. Leider darf man da nicht rein, ich hätte mich gern darin gebadet.

Und schon gings weiter auf der 518 bis ins Flusstal der Hvita, hier zu den Wasserfällen Hraunfoss und Barnafoss. Der Haunfross erstreckt sich über eine Länge von 1 km die aus einer Lavaschicht hervorquellen, der Barnafoss gurgelt durch eine "Lavabrücke", die nur noch in Ansätzen vorhanden ist. Sie überspannte mal das ganze Tal, wurde aber der Sage nach von einer Frau, deren beiden Kinder am Weihnachtstag von der Brücke in den Fluß vielen und ertranken, aus Zorn darüber zerstört.Nach kurzer Zeit hab ich den Übernachtungsplatz erreicht, den Campingplatz von Husafell. Mit Hotel, Schwimmbad, Golfplatz. Das Hotel ist erst 1 Jahr alt und passt gut hierher. Der Campingplatz befindet sich in einem Wäldchen (ungewöhnlich für Island), auch einzelnen Lichtungen und ist sehr schön. Schon wieder im Blick habe ich den Langókull, den zweitgrößten Gletscher Islands, den ich bereits von der gegenüberliegenden Seite bewundern konnte.

Am nächsten Morgen ging es zeitig los, denn die F550 lag vor mir, eine steinige Hochlandpiste. Wieder bei Sonnenschein begann diese kurz nach dem Campingplatz und sie führt mich immer parallel zum Gletscher entlang. Von dieser Straße zweigt die 551 ab, die bis auf den Gletscher führt. Natürlich bin ich die 7 km zum Gletscher gefahren, aber ich hab mich dann doch nicht getraut, auf ihn zu fahren sondern bin davor stehengeblieben und auf ihn gelaufen. Dann gings die 7 km wieder zurück und weiter die 550 lang bis zum Ziel dieser Reise, Pingvellir.

Hier ist wieder ein sowohl historisch, als auch gelogisch bedeutsamer Ort erreicht. Hier befindet sich der erste Nationalpark Islands, er wurde 1930 gegründet und gehört seit 2004 zum Weltkulturerbe.Der Thingplatz, also das Parlament einer der ältesten Demokratien, war nach der Besiedlung Islands die Keimzelle des damaligen Staates. 930 wurde hier der erste Thing, eine parlamentsartige Versammlung, einberufen, die einmal jährlich im Freien tagte. Bis zu 4000 Menschen versammelten sich, um Streit zu schlichten und Gesetze zu beschließen. Sitz und Stimme hatten die 48 Goden (Häuptlinge). Die Zusammenkunft bestand bis ins Jahr 1798. Dann lösten die Dänen den Thing auf. Danach war dieser Platz Gerichts- und Hinrichtungsstätte. Hier wurde am 17. Juni 1944 die Republik Island ausgerufen und ist heute wieder Schauplatz zahlreicher staatlicher Feierlichkeiten. einige Fotos zeigen gewaltige Menschenmassen, die die Wiesen unterhalb dieser Stätte bevölkern.Und nun zur Geologie. Pingvellir liegt mitten der Grabenbruchzone zwischen der eurasischen im Osten und der amerikanischen im Westen. Hier sieht man deren Verschiebung im Lauf von Jahrhunderten an der Oberfläche. Die Platten driften jährlich ca. 1 cm auseinander. Das Tal verbreitert sich so seit Ende der Eiszeit. Gleichzeitig sinkt die Ebene kontinuierlich ab. Dies kann man gut in der Almannagjá (Allmänner-Schlucht) und der Hrafnagjá sehen. Die Öxará fließt durch den Nationalpark und bildet an der Schlucht Almannagjá einen (wahrscheinlich künstlich angelegten) Wasserfall. Er diente der Wasserversorgung beim Thing. Der Pingvallavatn ist mit 83,7 km² der größte See der Insel und an der tiefsten Stelle 114 m tief. Er ist umgeben von vier aktiven (!!) Vulkanen. Und seine Temperatur: Sage und schreibe 2°!!Genächtigt hab ich auf einem der hier zahlreich vertretenen Campingplätze. Meine Nachbarn waren Belgier, die in ihren Defendern die Insel bereisen. Da sie alle gut deutsch könnten haben wir uns sowohl am Abend, als auch am Morgen köstlich unterhalten.

Und nun, am heutigen Tag, also am 30.7. (heute vor einem Monat hab ich die Insel betreten) sollte es zu dem Ort gehen, der wohl von vielen sehnlichst erwartet wird, zum Geysir...Nur 50 km bin ich gefahren Richtung Laugarvatn, dann noch einige Kilometer und schon war einer dieser Ungetüme erreicht. Links der Straße grüßen einen die Schwaden, rechts ist ein großer Shop samt Restaurants angesiedelt.Das Hochtemperaturgebiet "Haukadalur" liegt am östlichen Rand der westlichen Vulkanzone und umfasst eine Fläche von ca. 3 km2. Wie ein Geysir funktioniert... Nur kurz: Der heiße Untergrund erhietzt Wasser in demselben, der sich bildende Dampf druckt von unten gegen darüber befindliches Wasser und je nach Dampfmenge wird das durüber befindliche Wasser "weggeblasen". Das Wasser füllt den Topf wieder, und dann wiederholt sich das so aller paar Minuten.Wann der eigentliche Geysir ausbricht kann nicht vorhergesehen werden, man muss Glück haben das zu erleben. Der, den ich beobachten konnte, ist der "Strokkur", das Butterfass. Die anderen Geysire, deren es hier einige gibt, brechen nur ganz selten und sporadisch aus.

Nachdem ich mich erst mal satt gesehen habe an den ausbrechenden Wassermassen, ging es dann doch wohl zu dem eindrucksvollsten Wasserfall Islands, dem Gullfoss, in dessen Infocenter und Restaurant ich jetzt sitze und schreibe.Dieser Wasserfall sollte einmal, 1907, zur Energiegewinnung durch einen Engländer genutz werden. Aber der Bauer, dem das Land gehörte, weigerte sich beharrlich das Land zu verkaufen, aber er verpachtete sein Land und das war ein Fehler. Denn nun wollten die Pächter wiederum Strom erzeugen. Aber er und seine Tochter sträubten sich dermaßen, so dass das Projekt, Gatt sei Dank, aufgegeben wurde.Eine verbürgte Geschichte aus dem 17. Jahrhundert rankt sich noch um ihn. Oberhalb des Falles gibt es keine Furt. Aber eines Tages hütete auf der einen Seite ein Bauernbursche Schafe, auf der anderen Seite ein Mädchen. Und, ewig lockt das Weib, hat das listige wesen den Burschen zu sich locken wollen. Und er tat es und hat es geschafft, das Mädchen dann zur Brauf genommen und viele Kinder mit ihr gezeugt...Und der Name... Auch darüber gibt es viele Denkarten.Ist es die Sonne, die ihn am Abend gülden leuchten lässt? Oder der Regenbogen? Oder gar der Bauer, der sein Gold niemanden vererben wollte und es darum in den Wasserfall warf? Man weiß es nicht...Das wars für heute...



pfeil.architektur.expedition

reisetagebuch