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03.08.- 06.08.2016

Nun liegt hinter mir... Die Hauptstadt. Dazu, wie immer, die Route: https://goo.gl/maps/p9Q5oEnfU8L2Alles neu... Meine Fähre geht nicht am 21.9., sondern am 18.8. Das hat insbesondere den Grund, da mich mein Rücken piesackt und ich ihm manches nicht mehr antun möchte. Da ich nunmehr 5/6 der Reisestrecke zurückgelegt habe, ist das auch kein Problem für mich. In den restlichen Tagen sind es dann mal gerade noch 500 km von 3000 km gefahrenen Kilometern.Im Hochland habe ich die Umbuchung getätigt, einen Arzt konnte ich mangels Verfügbarkeit nicht aufsuchen und so habe ich, da nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung stand, die Fähre (und einfach war das nicht...) ordern können. Dies auch nur deshalb, da ich auf der Hinfahrt die Managerin des Schiffes kennengelernt habe und sie mir bei dem ganzen Prozedere beigestanden hat. Denn meine Anfrage an die Reederei in Deutschland war für die Katz.

Nun aber weiter im eigentlichen Text.Nachdem ich alles veröffentlicht hatte, bin ich nach Einnahme von "Fish and Chips" losgefahren. Das erste Ziel war schnell angesteuert, Hafnarfjödúr, ein südwestlicher Vorort von Reykjavik, war schnell erreicht. Dort habe ich das Wikingerdorf besucht, hab es, zumindest von außen, betrachten können. Denn, leider, es war geschlossen. Ein bisschen hat mich das alles an Galindia in Polen erinnert, aber da möcht ich jetzt gar nicht daran denken.Also ging es schnell weiter, Richtung Westen, nach Keflavik, dort, wo sich auch der internationale Flughafen von Reykjavik befindet. Den hab ich nicht besucht, aber das hier befindliche Wikingermuseum. Dieses Museum umschließt ein Wikingerschiff, welches ein Nachbau des Schiffes ist, mit dem Leif Eiriksson im Jahr 1000 Amerika "entdeckt" hat. Mit diesem 23 m lange Segel- und Ruderschiff hat 2000 der Erbauer und Kapitän Gunnar Eggertsson auf den Spuren von Leif Amerika erneut einen Besuch abgestattet. Ich glaube, er wurde bei seiner Ankunft gar vom Präsidenten begrüßt, aber bitte: Legt mich darauf nicht fest...In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich noch ein kleines Torfhaus, welches 1855 erbaut wurde und eine Fischerhütte war und jetzt Museum ist aber leider geschlossen hatte.

Am nächsten Morgen, nach vielleicht 3 km, hab ich das Gebiet der heißen Quellen von Gunnahver besucht, hab dem Getöse des austretenden Dampfes gelauscht, bevor es weiterging zur blauen Lagune, einem Badevergnügen, welches ich mir nun auch mal antun wollte. Es handelt sich um einen See mit mineralhaltigem Wasser, welches geothermal erwärmt wird und "das" Badevergnügen sein soll.Nun ja... Ich dort angekommen, frohen Mutes Handtuch und Badehose (!) eingepackt und rein gings. Ans Ende der Schlange. Als ich dann dran war wurde ich nach meinem Ticket getragt. Was für ein Ticket?? Nach einigem hin und her kams ans Licht: Man kann dort nicht reingehen, bezahlen und dann baden, weit gefehlt! Man muss das im Internet kaufen!! Nun meinte ich frohgemut, das kann ich ja gleich dort machen, wieder weit gefehlt! Denn für diesen Tag sein schon alles ausgebucht, kein Platz mehr vorhanden. Aber für den nächsten Tag, ja das wäre möglich. Für 60 € könne ich das Ticket im Internet kaufen. Da hab ich mir dann gesagt: Leckt mich alle am Arsch. Angeschaut hab ich es mir, das wars dann aber auch...

Und weiter ging es im Sauseschritt. Auf die 427 nach Selfoss. Dort hab ich eines der Relikt des kalten Krieges bewundert, obwohl es sich um Sport handelt. Denn hier befindet sich das Museum, welches Robert (Bobby) Fischer gewidmet ist, der in einem legendären Kampf Boris Spasski 1972 in Reykjavik die Krone des Schachweltmeisters entriß. Unter anderem befindet sich hier der originale damalige Spieltisch, Figuren, mit denen sie gespielt haben und vieles mehr.Fischer war schon ein eigenartiger Mensch, ein Genie aber wie Genies halt so sind, ein verrücktes Genie. Das es zu diesem Kampf überhaupt kam, Henry Kissinger hat mit Fischer telefoniert um ihn zu überzeugen, dass er das machen müsse. Dann der Poker um das Preisgeld, der Psychokrieg, all das macht ihn unvergessen und er war für das Schachspiel ein Gewinn, da er duch seine Art dieses Spiel welteit bekannt machte und damit es erst ermöglichte, dass man von Schach leben kann.Er war sicher der beste Spieler während seiner aktiven Zeit, Hat jedoch nach dem Gewinn der WM nicht mehr gespielt und auch zur Titelverteidigung ist es nicht gekommen, da sein Forderungskatalog dann doch seitens der FIDE nicht akzeptiert wurde. Und so wurde Anatoli Karpow kampflos Weltmeister, ein ebenfalls genialer Spieler.Fischer letzte "Amtshandlung" war während des Jugoslavienkrieges 1992 in Erinnerung an die WM 1972 ein Match gegen Spasski, was er gewann. Doch nun drohte ihm wegen "Verstoßes gegen das Embargo" seitens der USA bis zu 10 Jahren Haft samt 250.000 Dollar Strafe wegen seines Auftrittes im damaligen Jugoslavien. Also reiste er nie wieder in die USA ein.Er lebte dann hauptsächlich in Japan, aber auch für 3 Monate im Hotel "Pulvermühle" nahe Waischenfeld in der fränkischen Schweiz, 1990 war das.Da er die Außenpolitik der USA kritisierte und die Attentate von New York am 11.09.2001 begrüßte wurde er aus dem amerikanischen Schachverband ausgeschlossen und 2004 wurde ihm sein Pass entzogen, er wurde wegen Steuerhinterziehung in den USA angeklagt und in Japan verhaftet. Während seiner Haft heiratete er seine japanische Lebensgefährtin und 2005 gewährte ihm Island (!!) Asyl. Hier lebte er bis zu seinem Tod als Verehrer von Elfen und Trollen, ständig Angst vor Verfolgung. Sein Tod hätte auch nicht sein müssen, er lehte die entsprechenden Behandlungen ab und starb 2008. Er wurde in Selfoss beerdigt und selbstverständlich hab ich sein Grab besucht...Und Spasski... Er hat Fischer vor allem anfangs unterschätzt. Und dann muss er zunehmend gespürt haben, dass er gegen ein absolutes Genie am Tisch sitzt und dass er gegen diese aggresive Spielweise kein Gegenmittel findet.

Also hab ich mich ins Auto gesetzt und hab den letzten Abschnitt dieses Tages hinter mich gebracht, den Besuch der "Brücke zwischen den Kontinenten" sowie die Vogelfelsen von Reykjanesvíti, wo ich dann auch übernachtet habe.Die Brücke der Kontinente überspannt hier den Grabenbruch zwischen Europa und Amerika, ich stand mit einem Fuß in Amerika, mit dem anderen in Europa. Das war vielleicht ein Gefühl! Ich hab das ja schon mal erlebt, als ich in Russland zwischen Europa und Asien stand... Jedenfalls stand ich auf zei Kontinenten, und das ist schon was besonderes. Ein paar km weiter, am Vogelfelsen, hab ich dann genächtigt. Aber vorher hab ich ihn noch bestiegen und erkundet.

Dann gings weiter, auf der 32 und dann der F 208 nach Landmannalaugar. Dort hab ich mich auf dem proppenvollen (vor allem durch Wanderer, ich denke, dass hier mindestens 150 Zelte standen) Campingplatz niedergelassen um am nächsten Tag als erstes im warmen Bach zu baden (Hoffnung für den Rücken??) und um dann eine Wanderung zu machen, die mich zu einem der buntesten Berge Islands führte, zum Brennisteinsalda. Immer mal bläst heißer Odem aus der Erde, wenn man da die Hand ran hält hat man sich schnell verbrüht. Da sitzt halt ein Troll und atmet aus...

Nach der Wanderung gings die sehr ruppige F 208 wieder zurück (40 km in 4 Stunden). Und dann weiter zum wohl bekanntesten Gletschervulkan, dem Eydafjallajökull, dem Vulkan, der 2010 die Welt in Angst und Schrecken ob seiner Staubwolken versetzte. Hier hab ich am Seljalandsfoss mein Lager aufgeschlagen, diesen Wasserfall von allen Seiten (auch von hinten) angeschaut, und danach noch den Glúfurárfoss, der ein paar hundert Meter weiter hinter einem Campingplatz liegt und der in einer engen Schlucht niederfällt.

Am nächsten Morgen, also heute, wir haben mittlerweile den 6. August, bin ich die F249 gefahren um eine Gletscherzunge des Vulkanes mit dem unaussprechlichen Namen zu bewundern, um in die Schlucht Stakkholtsgjá zu wandern und den hier fließenden Bach zu verfolgen, mich dann seitlich an Seilen nach oben zu ziehen um wieder das Tageslicht zu erblicken und um dann den Berg hinauf zu steigen.Natürlich war diese Straße ob der vielen Furten diesbezüglich die wohl anspruchsvollste.Ich könnte sicher viel mehr zu meinen Endrücken schreiben, aber ich denke, es reicht, wenn ihr euch die Fotos anschaut

Der krönende Abschluß aber des heutigen Tages ist der Besuch des Skógafoss sowie der Wanderung am Fluss Skógar, immer weiter nach oben, immer an diesem beeindruckenden Flusstal mit seinen vielen Wasserfällen entlang. Wunderbare Blicke und wunderbares Wetter... Und nun stehe ich wieder auf einem wunderschönen Platz, ich höre das Rauschen des Wasserfalles, sehe ihn, was will man mehr... Morgen werde ich hier eines der größten Volkskundemuseum anschauen, was es in Island gibt. Da bin ich schon gespannt drauf.Und vorhin, ich hab es schon an der Sprache erkannt, eine Reisegruppe aus Israel. Und wer hat mich in meinem Auto besucht?? Moses höchstselbst... Konnte gut deutsch, hat kein Problem mit Deutschen. Das war was für mich Antinationalisten!Und zwei Franken standen auch vor, bzw. hinter meinem Auto und haben sich freudig erregt mit mir unterhalten..Und noch Japaner, Koreaner und wer sonst noch alles hier rumgelaufen ist und lieber mein Auto als den Wasserfall anschauen wollte.

Und hier ist er noch mal, der mit dem unaussprechlichen Namen... Der staubschleudernde Unhold (damit ist aber nicht mein auto gemeint, das mir so gute Dienste geleistet hat und leistet...). Und wenn wir gerade davon reden, die nächsten Strecken führen über Böden, die jederzeit vulkanisch aktiv werden können, sogar während ich darüber fahre...



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